FAQ

Ich möchte eine Patenschaft übernehmen, was muss ich tun?

Sie suchen unter den Kindern, die einen Paten suchen, ein Kind aus, das Sie unterstützen wollen. Falls Sie diese Entscheidung nicht treffen können, machen wir das gern für Sie. Dann füllen Sie das Patenformular aus und senden es an uns ab. Wir melden uns zeitnah (im Durchschnitt spätestens nach zwei Tagen, sonst bitte nochmals nachfragen, ob alles angekommen ist), senden Ihnen das Foto und eine kleine Erstinfo Ihres Kindes. Sie errichten einen Dauerauftrag auf das auf der Homepage im Impressum angegebene Spendenkonto, als Betreff bitte den vollen Namen des Kindes. Und dann sind Sie Pate!

Wie sollte mein allererster Brief an mein Kind gestaltet sein? Was kann man überhaupt schreiben? Welche Sprache? Handgeschrieben oder geht auch mit Computer? Soll man ein Geschenk mitschicken?

  • Der erste Brief an Ihr Kind sollte nicht zu lang sein, maximal eine halbe Seite. Sie können sowohl mit der Hand schreiben als auch in den Computer tippen. Die Sprache ist Englisch. Die Briefe werden den kleinen Kindern vorgelesen und ins Swahili übersetzt, die größeren Kinder lesen sie selbst.
  • Erzählen Sie in kurzen Sätzen, wer Sie sind, ob Sie Kinder haben, wo Sie leben. Schön ist es immer, wenn Sie ein Foto von sich und/oder Ihrer Familie beilegen oder eventuell eine Ansichtskarte von dem Ort, in dem Sie leben. Bitte anfangs keine großen Geschenke, vielleicht zwei, drei Luft­ballons oder Aufkleber, das genügt (siehe auch den Punkt Geschenke).
  • Bitte keine Diskussionen über Politik und Religion, und bitte machen Sie im Brief auf keinen Fall Versprechungen wie „Ich besuche dich bald“ oder „wenn du groß bist, hol ich dich nach Europa“.
  • Bitte schicken Sie auf keinen Fall Bargeld!!!!! Und auch ganz wichtig: Kündigen Sie kein Bargeld an, nach dem Motto, ich schicke dir, ich gebe Mama Gabi welches mit usw. Ab dem Moment stehen vorwiegend männliche Verwandte bereit, dieses Geld in Empfang zu nehmen.
  • Und bitte schreiben Sie dem Kind auch nicht, wenn Sie uns Extrageld über­weisen, dass davon eine ganz bestimmte Sache gekauft wird. Die Kinder nehmen das sehr, sehr ernst und verstehen nicht, dass nicht das Fahrrad sondern ein Bett angeschafft wurde.
  • Alle Post bitte eingeschrieben. Nicht, weil es sich im Ernstfall wirklich nach­vollziehen lassen würde, sondern weil es den Diebstahl in Kenia verhindert.
  • Bitte geben Sie Ihren Brief in ein Kuvert mit dem vollen Namen des Kindes (nicht nur Vorname bitte, wir haben zu jedem Vornamen mehrere Kinder und unsere Mitarbeiter in Kenia kennen die Paten nicht).
  • Bitte auf dem Brief an Ihr Kind keine Kontaktdaten von Ihnen, also weder Adresse noch Emailadresse noch Handynummer. Dies dient Ihrem eigenen Schutz, denn wie gesagt, irgendwer aus der Großfamilie bekommt es in die Finger und startet dann Betteleien auf eigene Faust.

Wohin soll ich meine Briefe schicken, kann ich direkt dem Kind und der Familie schreiben?

Direkt an die Familien zu adressieren, geht leider gar nicht, denn es gibt in Kenia kein Postsystem, wie wir es kennen, weil es keine Adressen gibt (Hütte unter der Palme rechts). Wer es sich leisten kann, also Schulen, Behörden, reiche Menschen, hat bei der Post eine Postbox mit einem Schlüssel. Dort wird die Post hinterlegt und man holt sie sich ab. Wir haben für die Schule solch eine Postbox und dorthin gelangen alle Briefe und Pakete und werden dann von uns abgeholt und in der Schule an die Kinder ausgehändigt. Die Adresse ist daher die Adresse der Schule, wie Sie sie mit den Pateninfos bereits erhalten haben und wie sie auch auf der Homepage steht, oder Sie schicken die Post zuerst an unser Wiener Büro (also die Harambee-Adresse, die ebenfalls auf der Homepage steht unter Impressum!) und wir versenden als Sammelpaket (durchschnittlich einmal monatlich).

Kann ich einen Brief als Email schicken?

Seit einiger Zeit besteht die Möglichkeit, Briefe an die Kinder auch per Email zu schicken. Da immer wieder einzelne Paten nachgefragt haben, ist der Gedanke entstanden, einen „Email-Service“ einzurichten, der das Nützliche mit dem guten Zweck verbindet. Weil das Ausdrucken vor Ort (Farbdrucker) und das Verteilen der Briefe zeitlich unabhängig von der Papierpost einen gewissen materiellen und personellen Mehraufwand erfordert, verlangen wir pro weitergeleiteten Brief 2 Euro als Spende an das Projekt, zahlbar als „10er-Abo“ (20 Euro) im Voraus auf das Harambee-Konto. Dies ist günstiger als das Briefporto der Post, bedeutet zugleich ein wenig zusätzliches Spendengeld für das Projekt, und der Brief kommt schnell und sicher in Kilifi an. Das 10er-Abo ist beliebig einlösbar und auf unbegrenzte Zeit gültig.

Vorgangsweise:

  • 20 Euro auf das Harambee-Konto überweisen, als Verwendungszweck bzw. Referenz bitte „Patenpost“ angeben.
  • Kurze formlose Mail an patenpost@harambee.at, in der Sie mitteilen, dass Sie ein Abo erstanden haben. Sie werden dann mit einem Guthaben von 10 Mails in die Patenpost-Liste aufgenommen.

Ab diesem Zeitpunkt können Sie jederzeit einen oder mehrere Briefe an die obige Mailadresse senden, die Weiterleitung an das Büro in Kilifi erfolgt umgehend.

Für den Inhalt der Briefe gelten die gleichen Regeln wie bei der Papierpost (siehe oben).

Punkte, die bei Verwendung des Mailservice zu beachten sind:

  • Briefe bitte nur als Anhang senden, also nicht direkt in die Mail schreiben. Der Brief müsste sonst erst in eine Datei kopiert und umformatiert werden, da eine ausgedruckte Mail Kontaktdaten enthält, welche den Kindern und ihren Familien nicht bekannt sein sollen (siehe oben bzw. letzter FAQ-Punkt).
  • Die Briefe können in einem gängigen Textverarbeitungsprogramm wie Word (*.doc oder *.docx), WordPad (*.rtf) geschrieben sein oder auch in eine pdf-Datei konvertiert worden sein, je nachdem, über welche Möglichkeiten Sie verfügen.
  • Bilder (Fotos) sind kein Problem, aber bitte nicht zu viele und ausschließlich in den Brief eingebunden (also als Grafik in die Textdatei kopiert), einzelne Fotos im jpg-Format als Mail-Anhang werden nicht weitergeleitet.
  • Unbedingt den vollständigen Namen des Kindes oben in die erste Zeile des Briefes schreiben. Manche Vornamen existieren bis zu 10mal, und der Brief soll nach dem Ausdrucken eindeutig zuzuordnen sein.
  • Im Interesse eines möglichst schonenden Umgangs mit Ressourcen (Papier, Farbtoner für Drucker) haben wir den Umfang für einen Brief auf maximal 3 Seiten festgelegt.

Wenn ich meinem Kind Extrageschenke machen möchte, was ist sinnvoll und wie wird dies abgewickelt?

Zunächst einmal sind Extrageschenke nicht wirklich notwendig. Die meisten unserer Kinder haben Paten, die nichts schenken, dafür werden leider einige Kinder mit Dingen überhäuft, was komplett gegen unsere Prinzipien ist. Schenken Sie daher bitte nur Kleinigkeiten und möglichst nur zu Weihnachten oder zum Geburtstag oder für eine besonders gute Examensnote. Kleinigkeiten, über die sich die Kinder freuen, sind beispielsweise Murmeln, Seifenblasen, ein englisches Buch, eine Barbiepuppe, ein kleines Matchboxauto, Buntstifte, Sticker. Und davon eines oder maximal zwei, nicht alles auf einmal. Wir behalten uns aus Gründen der Gerechtigkeit und um keinen Neid und Missgunst zu sähen vor, bei Paketen mit mehr als zwei Geschenken einige in unsere allgemeine Spielzeug Geschenkebox zu geben und damit mehreren Kindern eine Freude zu machen. Geschenke dieser Größenordnung können Sie entweder direkt als kleines Paket hinunterschicken oder an unser Wiener Büro (siehe oben), dann versenden wir es beim nächsten größeren Paket. In diesem Fall bitte unbedingt einen Portobeitrag (als Anhaltspunkt, pro Kilo etwa Euro 8 Euro, für Pakete müssen wir nicht nur hier Porto zahlen, sondern auch in Kenia bei der Abholung eine Paketgebühr zwischen 1 und 5 Euro)

Ich würde gern auf eine größere Anschaffung sparen. Was ist hier sinnvoll und kommt das dann auch wirklich „meinem“ Kind zugute?

Statt vieler kleiner Geschenke ist dies die sicher bessere Lösung, weil davon nicht nur das eine Kind profitiert, sondern die gesamte Familie. Je nachdem, was Sie investieren wollen, finden Sie auf der Homepage eine Liste von Möglichkeiten gemeinsam mit den aktuellen Preisen, angefangen von einem Bett mit Matratze und Moskitonetz (das sollte eigentlich immer das erste größere „Geschenk“ sein) über ein Fahrrad bis hin zu neuer Hütte, Wasserleitung, Ziege, Gemeinschafts-toilette usw. Bitte fragen Sie uns in jedem Fall vorher, was sinnvoll ist, beispiels­weise kann nicht jede Familie eine Ziege brauchen, denn dazu gehört Platz und jemand, der sich kümmert, damit die Ziege dann nicht das mühsam gezogene Gemüse abfrisst. Wenn dann die gemeinsame Entscheidung getroffen ist, bitten wir um Überweisung auf das gleiche Konto, auf das auch die Patenbeiträge eingehen. Wir verwenden das Geld genau so wie besprochen und dokumentieren die Verwen­dung mit Fotos.

Was kann ich tun, wenn mein Kind Geburtstag hat? Wird das gefeiert?

Solange wir noch wenige Kinder in unserem Projekt hatten, haben wir sehr gern für jedes einzelne Kind eine kleine Geburtstagsparty organisiert und Geschenke gekauft. Dies ist aber schon lange nicht mehr möglich, auch wenn es sich vereinzelt immer noch nicht herumgesprochen hat. Wer seinem Kind eine Kleinigkeit (siehe oben was damit gemeint ist) schicken möchte, der möge bitte rechtzeitig selbst dafür sorgen. Ganz deutlich, wir können aus organisatorischen Gründen keine individuellen Geschenke vor Ort kaufen und die Geburtstage im Auge behalten. Es gibt aber Gemeinschaftsgeburtstage alle zwei bis drei Monate in der Schule. Dafür haben wir eine große Schachtel mit Kleinigkeiten, aus der sich das Kind dann etwas aussuchen kann. Betten, Fahrräder etc. sind davon natürlich ausgenommen, sollten aber vom Thema Geburtstag abgekoppelt sein, denn das Kind sollte nicht glauben, es bekommt nun jedes Jahr zum Geburtstag ein Geschenk in der Größenordnung eines Fahrrades.

Das offizielle Geburtsdatum, das ich bekommen habe, erscheint mir nicht richtig zu sein. Ich glaube, mein Kind ist älter. Was stimmt denn jetzt?

Um dies zu verstehen, muss man sich vor Augen halten, dass die Säuglings- und Kindersterblichkeit in Kenia bei 54% liegt. Das heißt, nur rund 46% aller Kinder erreichen mal das dritte Lebensjahr, richtig gebannt ist die Gefahr erst so um das 5. Lebensjahr. Der Staat droht zwar mit Repressalien, wenn ein Kind nicht ord­nungsgemäß registriert wird, aber diese Registrierung kostet Geld. Und da man nur bei einer Geburt im Spital tatsächlich nachprüfen kann, ob ein Kind geboren wurde, fast alle Geburten aber zuhause in einer Hütte stattfinden mit einer weiblichen Verwandten als Hilfe, sagen sich viele Eltern, warten wir mal ab, ob dieses Kind überlebt. Hat ja niemand gesehen. Und dann meldet man sein Kind halt manchmal erst mit zwei oder drei Jahren offiziell als geboren an. Die Behörde trägt aber das Datum der Anmeldung als Geburtsdatum ein. Selbst unser Richard Karani ist in Wahrheit älter, als es im Pass steht. Aber diese offizielle Geburtsanmeldung bleibt eben ewig. Und manchmal wissen die Mütter überhaupt nicht mehr, wann ihr Kind geboren wurde. Nur, dass in dem Jahr der Mais gerade so hoch stand oder es heftiger als sonst geregnet hat. Viele unserer Geburtsdaten sind Schätzungen. Auch aus diesem Grund ist den Kenianern gar nicht so bewusst und klar, was wir ständig mit dem Thema Geburtstag wollen. Das ist einfach nicht wichtig. Sie können also sicher sein, wenn es eine Diskrepanz gibt zwischen dem offiziellen Datum auf der Erstinfo und dem Aussehen oder dem Brief des Kindes, dann stimmen immer das Aussehen und das, was das Kind sagt. Nicht mit einem bestimmten Datum sondern so ungefähr vom Jahr her. Niemand fragt in Kenia nach dem Geburtsdatum. Man fragt höchstens mal nach dem allgemeinen Alter und auch das genügt ungefähr. Wichtiger ist es, in welche Klasse man geht.

Ich wüsste gern viel mehr über mein Kind und dessen Familie, Wohn­verhältnisse zum Beispiel. Wie und wann bekomme ich Informationen?

Wir sind natürlich bemüht, solche Wünsche zu erfüllen, allerdings funktioniert dies nicht auf Knopfdruck. Alle Paten haben diesen Wunsch und wir wollen nicht die bevorzugen, die am häufigsten und am lautesten rufen. Immer wenn ich selbst (Gabriela Vonwald) vor Ort bin, versuche ich wieder viele Informationen mitzu­bringen, aber bei fast 600 Kindern insgesamt, schaffe ich auch nicht mehr alle Familien zu besuchen. Daneben werden wir step by step alle Familien noch genauer interviewen und ihre Bedürfnisse erkunden, nur dauert dies. Daher bitte um Geduld. Sobald wir etwas Neues erfahren, erfahren Sie es auch.

Was ist mit Weihnachten? Ich habe gelesen, dass es da irgendwelche Sammelaktionen gibt.

Weihnachten ist für die Christen, und 70% unserer Kinder sind Christen, das größte Fest. An diesem Tag (britische Weihnachten, also am 25. Dezember) versucht jede Familie ein sehr gutes Essen auf den „Tisch“ zu bringen und die Kinder wünschen sich nichts sehnlicher als ein so genanntes „Christmas dress“ also ein besonders schönes Kleid oder T-Shirt. Für beides ist in den meisten Familien aber kein Geld. Daher hat es sich eingebürgert, dass ich vor Weihnachten von den Paten, die sich beteiligen wollen – alles absolut freiwillig – Geld einsammle. Mit diesem Geld wird meistens pauschal für die ärmsten Familien Essen gekauft. Dazu brauchen wir ungefähr Euro 20,- pro Familie. Damit wir diese logistische Kraftanstrengung bewältigen können, ist es wichtig, dass das Geld mit einem begleitenden Email spätestens Ende Oktober bei uns ist. Später können wir nicht mehr sicherstellen, dass die Familien diese Zuwendung noch vor Weihnachten erhalten (zur Erinnerung, im Dezember sind Ferien). Nicht jedes Jahr ist es aber ein Essenspaket, da manchmal von der Regierung die Ferien so früh festgesetzt werden und wir nicht mehr alle Familien erreichen bzw. dann zu Weihnachten ncihts mehr übrig ist. Daher haben wir jedes Jahr eine andere Aktion, manchmal ein Schulstartpaket mit Büchern, Pullover, Schuhen usw.

Daneben starten wir meistens schon im August/September eine Sammelaktion für ein bestimmtes Projekt, das dann unsere Weihnachtsaktion ist. Manchmal sind dies neue Schultische oder Solarlampen oder Schultaschen usw. Auch hier ist es so, dass wir einsammeln und dann für die Schule und die Gemeinschaft etwas anschaf­fen, nicht für ein bestimmtes Kind. Alle diese Dinge kommen allen Kindern zugute.

Wie weiß ich, ob mein Kind schon in die Schule geht und in welche Klasse? Wann beginnt denn die Schule bzw. wann sind Ferien? Muss oder sollte ich zum Schulstart irgendwelche Utensilien schicken?

Die überwiegende Zahl der vermittelten Kinder besucht unsere Schule, seit kurzem unterstützen wir aber auch Kinder in der Primary an staatlichen Tagesschulen (siehe unten). Manchmal kann es sein, wenn ein Kind in der zweiten Jahreshälfte erst dazu kommt, weil es vielleicht ein Härtefall ist, dass der Schulbeginn dann erst das kommende Schuljahr ist. In diesem Fall behalten wir das Patengeld ein für allgemeine schulische Anschaffungen und schon als Start für zum Beispiel die Schuluniform. Zum kenianischen Schulsystem finden sich zahlreiche Dokumente auf der Homepage, gern hier nochmals, wie das Schuljahr strukturiert ist:

In Kenia gibt es Trimester, die jeweils etwa drei Monate dauern. Das neue Schul­jahr beginnt am ersten Montag im Januar. Trimester 1 also Januar/Februar/März, dann den ganzen April Ferien, Trimester 2 Mai/Juni/Juli, ganzer August frei, Trimester 3 September/Oktober/November, ganzer Dezember frei. Wir müssen uns als staatlich registrierte Schule an die von der Regierung jeweils vorgegebenen Schließzeiten halten.

In Ihrem Patengeld sind im Grunde alle Schulkosten, also auch Bücher und Hefte enthalten, die Kosten steigen jedoch bei den höheren Klassen zunehmend an. Wer also zum Schulstart ganz allgemein etwas in den Topf für Bücher und Unterrichts­materialien geben möchte, sehr, sehr gern. Allein die Schulbücher kosten uns einige Tausend Euro jedes Jahr und ein Zuschuss hilft uns und allen Kindern mehr als Einzelgeschenke.

Bitte auch keine Schultaschen schicken, alle Kinder bekommen die gleiche Schul­tasche mit dem Logo der Schule.

Warum geht mein Kind in eine staatliche Primary und nicht in die Vonwald-Schule?

Zuallererst möchte ich betonen, wir machen keinen Unterschied in der Betreuung eines externen Kindes oder eines Kindes, das die Vonwald-Schule besucht. Unsere Mitarbeiter vor Ort überbringen die Briefe und Geschenke ganz genauso, und die Familien werden auch persönlich regelmäßig besucht. Einziger Unterschied für die Paten: Wir bekommen die externen Kinder nicht so oft vor die Kameralinse, weil sie uns nicht dauernd „vor den Füßen“ herumlaufen.

Die Vonwald-Schule ist, das kann man wohl nur so ausdrücken, eine Art Luxusinsel im Meer der Armut. Bei uns können Kinder wirklich lernen, sind von schönen Dingen umgeben, sind beschützt und genährt. Aber – wir sind voll. Es ist einfach nicht mehr möglich, mehr Kinder aufzunehmen.

2014 haben wir uns dann gefragt: Ist es nicht schade, dass wir nur den Kindern, die wir jetzt schon im Programm haben, helfen können? Draußen gibt es so viele, und uns sind die Hände gebunden. Gleichzeitig gibt es in Europa sicher auch den einen oder anderen, für den 25 Euro monatlich zu viel sind. Bei meinen Familien­besuchen stolperte ich immer wieder über Härtefälle, wo Kinder am Ende des Schuljahres ihr Examen nicht machen konnten, weil der Lehrer zuerst mal 5 Euro haben wollte. Und wenn solch ein Kind solange zuhause bleiben musste, bis man diese Summe zusammen hatte, war der Zug meistens abgefahren. Also haben wir beschlossen, einige solche Härtefälle zu sammeln und als Kinder Gruppe B zu übernehmen. Nebeneffekt, wir kommen raus aus dem Ruf, wir würden nur für unsere Vonwald-Schule sorgen, sondern wir helfen auch in allen anderen Schulen des Ortes, wie es sich für eine echte NGO gehört.

Und wieso geht mein Kind, das vorher auf der Vonwald-Schule war, jetzt plötzlich in eine staatliche Schule?

Armut allein soll nicht das einzige Kriterium sein, in die Vonwald-Schule gehen zu dürfen, sondern wir wollen auch eine gewisse Leistung. Schon allein deshalb, weil wir mehr als alle anderen Schulen unter Beobachtung stehen. Da das Niveau bei uns höher ist als in staatlichen Schulen, würden wir jedoch Kindern, die schlechter lernen, alle Chancen auf eine weiterführende Schule verbauen, und wir selbst wollen ja nur die besten 25 für unsere zukünftige Secondary nehmen. 300 Marks sind jetzt in den oberen Klassen von 5 bis 7 die Voraussetzung, bei uns zu bleiben oder zu uns zu kommen. Ein Kind aber, das bei uns vielleicht nur 250 Marks schafft, kann in einer öffentlichen Schule unter den Besten sein und dort leicht die Auf­nahme in eine der weiterführenden staatlichen Schulen schaffen. Im Gegenzug kann ein besonders begabtes Kind, das bisher keinen Platz bei uns gefunden hat, nachrücken, denn natürlich brauchen wir eine bestimmte Anzahl vollzahlender Paten, damit wir das Niveau aufrechterhalten können.

Warum ist die Vonwald-Schule „so viel“ teurer als eine öffentliche staat­liche Schule?

In einer öffentlichen Schule ist der Staat Kenia der Schulerhalter, zahlt also auch alle Gehälter, Reparaturen, Möbel usw. In kaum einer öffentlichen oder privaten Schule gibt es Frühstück oder Mittagessen, schon gar nicht beides, und wenn überhaupt, dann nicht gratis. In einer öffentlichen Schule sitzen bis zu 120 Kinder in einer Klasse, Nachmittagsveranstaltungen oder Förderung von Talenten – Fehlanzeige. Dennoch können wir hier auch mit kleinem Geld Kindern helfen, wenigstens eine Schulbildung zu erhalten.

Öffentliche Schulen sind zwar offiziell kostenlos, aber die Schuluniform muss auch hier gezahlt werden, und es kommt einiges an Zahlungen zusammen, über das niemand offen spricht – Examensgebühren, Nachhilfe, Extrageld für den einen oder anderen Lehrer, der sich sonst strikt weigert, das Kind überhaupt zur Kenntnis zu nehmen usw. Da wir in solch öffentlichen Schulen nicht Schulerhalter sind, keine Lehrergehälter zahlen müssen, keine Bücher für alle und keine Reparaturen, sind diese verglichen mit der Vonwald-Schule natürlich viel preiswerter. Daher brauchen wir hier nur ungefähr 15 Euro pro Monat, um ein Kind gut unterstützen zu können. In diesen 15 Euro ist auch ein tägliches ordentliches Frühstück enthalten, das wir vor Ort für unsere Kinder organisieren.

Kann ich Ihnen etwas mitgeben, wenn Sie hinunterfliegen? Briefe, Geld oder Sachgeschenke?

Ich fliege zweimal im Jahr nach Kenia, immer Ende Januar/Anfang Februar und ein zweites Mal Ende August/Anfang September. In Zukunft eventuell auch länger, da ich inzwischen eine Wohnung vor Ort habe. Sehr gern nehme ich dabei Briefe an die Kinder mit, die Betonung liegt aber auf Briefe, also keine Pakete (nein, auch keine kleinen). Wichtig ist auch, dass die Briefe rechtzeitig bei mir in Wien sind, ich möchte nicht im letzten Moment auf dem Weg zum Flughafen noch Post ein­sammeln.

Auch Extrageld können Sie zu diesem Anlass gern überweisen. Hierzu bitte eine kurze Mail an unsere Büroadresse und eine Überweisung auf unser Konto, beides bitte ebenfalls rechtzeitig eine Woche vor meinem Abflug. Ich entscheide dann vor Ort, was gerade wirklich notwendig ist. Auch hier, ich erfülle keine Wunschlisten aus dem Spielzeuggeschäft, meistens wird es auf Extraessen hinauslaufen bzw. je nach Betrag eben Betten, Fahrräder, Ziegen usw.

Wie weiß ich, ob meine Post und meine Geschenke angekommen sind?

Sobald unsere Mitarbeiter die Post vom Postamt abholen, bekomme ich eine SMS mit den Namen der Empfänger, die ich jeweils auf der geschlossenen Facebook-Seite veröffentliche. In den meisten Fällen, auch bei Verwendung des Email-Service, folgt dann noch ein Foto der Übergabe.

Wie lange dauert denn die Post?

Natürlich können wir hier nur Durchschnittswerte angeben, denn Post ist Post, hier genauso wie in Afrika 🙂 Ein Brief oder ein kleines Päckchen braucht meistens nicht länger als maximal 10 Tage. Ein Paket 2-3 Wochen. Manchmal geht es aber auch verblüffend schnell, wir hatten schon Pakete innerhalb von 5 Tagen vor Ort. Alle Post wird zuerst in Mombasa gesammelt und dann per LKW nach Kilifi gebracht. Und solch ein LKW fährt erst los, wenn er voll ist.

Ich habe gelesen, dass immer wieder Kleidung nach Kenia geschickt wird? Was wird da so gebraucht? Welche Größen, also ab welchem Alter und bis zu welchem Alter? Wer bekommt diese Kleidung?

Ja, wir sammeln immer wieder Kinderkleidung und schicken regelmäßig etwa alle 4 bis 6 Wochen ein großes Paket hinunter. Dabei nehmen wir alles von Babykleidung bis größere Teenager. Am meisten gebraucht werden gute Sportschuhe oder Flipflops, T-Shirts, kurze oder lange Hosen, Kleider, Sweatshirts mit langem Arm. Die Kleidung muss nicht perfekt sein, aber gut erhalten. Alles bitte wie immer an unser Wiener Büro.

Wir verteilen die Kleidung dann an unsere Schulkinder und deren Geschwister (daher gern auch Babykleidung). Ein Anspruch darauf, dass die Kleidung dann dem eigenen Kind zugute kommt, gibt es nicht.

Achtung: Derzeit (Stand April 2015) gibts einen Sammelstop. Wir können die Sachen wegen Übersiedlung nicht lagern und haben auch im Augenblick nicht die finanziellen Mittel für das Porto (ein 20kg Paket  kostet Euro 100,-) Bitte schicken Sie uns derzeit keine Kleidung!!!!

Ich plane einen Besuch in Kenia. Können Sie mir Tipps zum Flug, zum Hotel geben und was alles muss ich beachten?

Sehr gern können Sie Ihr Kind besuchen und sind uns jederzeit herzlich willkom­men. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang aber auch unsere Ferienmonate, es ist einfach nicht sehr sinnvoll, während der Ferien vor Ort zu sein, denn da ist die Schule geschlossen und Ihr Kind vielleicht bei Verwandten außerhalb von Kilifi.

In jedem Fall ist eine rechtzeitige Anmeldung in Wien (Email) notwendig, damit wir auch planen können, denn Sie benötigen ja vor Ort die Hilfe unserer Mitarbeiter. Reden Sie daher bitte zuerst mit uns und buchen Sie dann Ihren Flug! Unsere Mitarbeiter sollen auch Zeit haben. Wenn Sie mit Freunden fliegen, die keine Paten sind, haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ein Besuch unserer Schule gern möglich ist, Besuche von Familien, auch der Besuch Ihres Patenkindes, aber auf keinen Fall. Das hat auch etwas mit der Würde und der Privatsphäre unserer Familien zu tun. Im Grunde haben wir alle miteinander in den privaten Häusern der Familien nichts verloren, wir sponsern den Schulbesuch!

Ich selbst fliege meistens mit Condor, einige Paten schwören auf Äthiopien Airs oder Turkish Airways. Über die Preise müssten Sie sich bitte selbst informieren, manchmal gibt es Schnäppchen. Und natürlich ist es wie überall auch hier so, dass, je häufiger Sie bereit sind umzusteigen oder je exotischer die Fluglinie, umso preiswerter wird es. Achtung: Auf Grund vieler schlechter Erfahrungen, buchen Sie bitte nicht über die Plattform fluege.de!!! Hier können wir nur warnen!

Der Aufenthalt vor Ort wird dann wohl ein Hotel sein. Ich selbst habe bis vor kurzem im Kilifi Bay Beach Hotel gewohnt, einem Haus der Mada-Gruppe. Sehr gern kann ich auch für Sie buchen, da ich dort Sonderpreise bekomme. Preis pro Person all inklusive etwa Euro 50,- im Doppelzimmer. All inklusive ist hier wirklich all inklusive, also auch inklusive Getränken. Ein Rechtsanspruch auf diesen Preis gibt es nicht, ich kann es nur jedes Mal individuell versuchen, wenn ich es rechtzeitig weiß.

Genau gegenüber gibt es noch ein sehr neu errichtetes Resort, das Kilifi Resort. Hier wohnen Sie in großen Bungalow-Zelten, die Preise sind deutlich niedriger, meine Kontakte sind dort aber noch nicht so gefestigt, dass ich die Buchung über­nehmen könnte. Hier müssten Sie bitte selbst per Internet buchen. Und natürlich gibt es auch Pauschalanbieter, zum Beispiel Thomas Cook, die Reisen nach Kilifi anbieten.

Wenn ich selbst nicht vor Ort bin, besteht unter Umständen auch die Möglichkeit, meine Wohnung zu nutzen. Dies ist aber eine individuelle Absprache mit mir, daher in diesem Fall bitte direkt an mich – Gabriela Vonwald – wenden.

Wenn wir rechtzeitig informiert sind, holen wir Sie gern vom Flughafen ab. Für diesen Transfer rechnen wir den gleichen Preis wie ein Taxi, derzeit Euro 50,- pro Fahrtstrecke, nur dass er dem Projekt zugute kommt.

Wie würde die Zusammenkunft mit meinem Kind dann aussehen? Gibt es ein Programm?

Auf Grund einiger negativer Erfahrungen können wir Besuchern heute nicht mehr die gleichen Freiheiten im Umgang mit den Kindern lassen, wie wir das früher und bei kleinerer Organisation anbieten konnten. Dennoch bin ich sicher, dass wir jedem Paten noch immer um vieles mehr an Kontaktmöglichkeiten und Zeit mit dem Kind ermöglichen, als jede große Organisation.

Der Anfang ist immer ein Besuch in der Schule. Hier kommt es auch zum ersten Kontakt mit dem Kind. Sie besuchen die Klassen, trinken mit unseren Mitarbeitern den Pausentee und bleiben auch zum Mittagessen, wenn Sie das wünschen.

An einem anderen Tag steht der Besuch des Kindes in der Familie auf dem Programm, Sie sehen die Wohnverhältnisse und die anderen Familienmitglieder. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir ausschließlich den Besuch der Familie IHRES Kindes erlauben können, nicht die Familien von Freunden, Bekannten oder Nachbarn. Sie sollten bei Ihrem Besuch auch bitte nicht den Weihnachtsmann spielen, weder für sich selbst, schon gar nicht für ein Dutzend weiterer Paten oder Freunde.

Zusätzlich können Sie mit Ihrem Kind einen Ausflug planen, eventuell einen halben Tag am Strand verbringen (nicht im Hotel), im Ort einkaufen gehen oder in einem örtlichen Lokal Mittagessen.

Einer unserer Mitarbeiter ist immer dabei, Sie sind also zu keiner Zeit mit dem Kind allein. Dies ist zu Ihrer und zur Sicherheit des Kindes nicht anders möglich.

Sie sollten aber unbedingt über gute Englischkenntnisse verfügen, niemand von unseren Mitarbeitern spricht deutsch.

Kann ich zu den Mitarbeitern vor Ort oder der Familie (Eltern) des Kindes auch direkt über Email oder Telefon Kontakt haben?

Ganz klar und deutlich: Nein. Nicht, weil wir Ihnen den Spaß verderben wollen, aber wir haben hier viele Erfahrungen gemacht. Kontakt zu den Mitarbeitern vor Ort wäre für diese eine unglaubliche Belastung. Unsere Mitarbeiter haben sehr viel zu tun und können nicht auch noch Mailkontakte pflegen. Außerdem stehen Sie vielleicht auch zwischen zwei Türen, denn sie wollen es verständlicherweise allen recht machen, was aber manchmal nicht möglich ist. Und bei einem direkten Kontakt zu den Eltern der Kinder ist unsere Erfahrung, dass auch damit kaum jemand wirklich umgehen kann. Wir wollen für niemanden Extrawürste, und in einem Ort wie Kilifi würde sich das sofort herumsprechen, es gäbe mit Sicherheit Betteleien, Unstimmigkeiten usw.

Wir haben verglichen mit anderen großen Organisationen nur wenige Regeln, diese ist aber eine. Und hier behalten wir uns auch vor, bei einer Nichtbeachtung die Zusammenarbeit aufzukündigen.

In den ersten Jahren waren wir Besuchern gegenüber sehr offen, was leider nicht immer geschätzt wurde bzw. kann leider nicht jeder mit so viel Freiheit umgehen. Unsere Mitarbeiter vor Ort sind zunehmend überfordert, da viele verständlicherweise in zwei Wochen möglichst alles an eigenen Wünschen plus die aller Facebookbekanntschaften hineinpressen wollen. „erkundige dich mal wegen meines Kindes“ – „Drück mal mein Kind auch“ – „Hat mein Kind ein Bett, kannst du mal nachschauen.“ – usw. Wir werden daher in Zukunft noch restriktiver bei den Besuchen sein, so leid es uns auch manchmal tut. Dazu gehört auch, dass  wir Personen, die sich nicht vorher mit Namen im Büro in Wien angemeldet haben, nicht mehr in die Schule lassen.