Anfang Juli gab es die erste Stunde Einführung in das Arbeiten mit Tablets. Klasse 2 Secondary ist unsere Test-Klasse, Ali ist IT-Techniker und hat uns ganz tolle Dinge da hinein gezaubert. Wir läuten also das digitale Zeitalter ein.

Anfang Juli gab es die erste Stunde Einführung in das Arbeiten mit Tablets. Klasse 2 Secondary ist unsere Test-Klasse, Ali ist IT-Techniker und hat uns ganz tolle Dinge da hinein gezaubert. Wir läuten also das digitale Zeitalter ein.

Wir haben einige Berge von Büchern eingekauft in Nyale. Hier durfte sich jedes Kind ein Buch aussuchen, das waren Geschenke der Paten. Danach wird geteilt oder es wird der Bibliothek übergeben

Als Frau Vonwald in Kenia war, gab es natürlich wieder den Elterntag, früher Müttertag.
Hier der kurze Bericht dazu: Immer mehr Väter finden den Weg zu uns. Ich hab da heute einen Lacher geerntet. Einige Väter hatten sich beschwert, weil immer nur früher von Müttern die Rede war. Aber – die Mütter meinten damals, wenn sie sagen würden, sie seien allein erziehend, dann würde die Chance größer sein, dass wir ihr Kind annehmen. Und später kamen sie schwer aus der Nummer wieder raus. Ich hab das erklärt und gemeint, „einige Väter sind eigentlich auf dem Papier schon gestorben, ich freue mich, euch trotzdem bei guter Gesundheit zu sehen“.
Und am Anfang natürlich das Ritual mit dem geborgten Kanga.

Wir berichten wie versprochen:
Es kamen bisher für die Toilette unfassbare 1045,- Euro zusammen, darunter eine 500,- – Spende. Gemeinsam mit den 500,- die wir schon hatten also die Hälfte. Frau Vonwald hat beschlossen, den Rest erst einmal privat drauf zu legen.
Das Geld wurde gestern schon überwiesen, die Initiatoren hatten Tränen in den Augen und versprechen, uns über jeden kleinen Baufortschritt auf dem Laufenden zu halten. Der Eröffnung der Krankenstation steht dann bald nichts mehr im Wege. Wenn frau Vonwald im Jänner 2020 wieder hier ist, wird sie sich es bei laufendem Betrieb anschauen.
Danke allen, die sich beteiligt haben, ihr seid großartig.
Für alle, die gern mehr Hintergrundinformationen haben wollen, hier mal ein paar Infos und Gedanken zum „neuen“ kenianischen Schulsystem. Neu deshalb in Anführungszeichen, weil schon das zweite Jahr installiert und bei uns betrifft es bereits Klasse 3 (und abwärts). Das frühere britische System waren 3 Klassen Nursery, 8 Klassen Primary, 4 Klassen Secondary, danach College, Uni, qualifizierten Beruf erlernen. Es gab zwar auch die Möglichkeit, nach der Primary gleich in eine der so genannten Technical schools zu gehen, die wirklich guten haben aber Secondary vorher verlangt. Was jede Berufsausbildung einfach unglaublich teuer gemacht hat. Ein duales System wie bei uns gibt es übrigens nicht und keine Firma würde einem Lehrling etwas zahlen. Im Gegenteil, der Lehrling zahlt dem Lehrherrn, nur, gibt es praktisch nicht.
Ein weiteres großes Problem – kaum eine Schule hatte Primary und Secondary gemeinsam, und die Prüfung am Ende der Primary war praktisch fast lebensentscheidend.
Das neue System ist rein äußerlich:
2 Klassen Pre-Primary, 3 Klassen Lower Primary, in Klasse 3 eine Prüfung, die aber nur eine Orientierungsprüfung ist und Talente frei legen soll. 3 Jahre Upper Primary, in Klasse 6 wieder eine Orientierungsprüfung, ebenfalls für die weiteren Talente, welche Fächer, welcher Berufswunsch. Dann 3 Klassen Junior High und 3 Klassen Senior High, dann praktisch Matura. Und ein – schafft die Highschool nicht – soll es praktisch nicht geben, weil man Talente frühzeitig erkennen möchte. Und eine Entscheidung für eine Berufslehre gibt es dann praktisch auch schon nach Klasse 6 Primary.
Und Einschulung (Pre-Primary) erst mit 4 Jahren und nur noch mit einer Geburtsurkunde, keine jüngeren Kinder, die nur zur Aufbewahrung abgegeben werden, und strengere Kontrollen, ob Kinder auch kommen.
Und jetzt ist man gerade dabei, die Lehrpläne zu entrümpeln und die Inhalte den neuen Zielen anzupassen. Und diese Ziele sind ganz klar definiert – Talente suchen und fördern. Daher wird in der Primary auch wieder Wert gelegt auf handwerkliche Fähigkeiten, basteln, werken, einen Stuhl bauen können usw.
Mein Professor Katana wurde in den nationalen Think-Tank berufen, um nun diese Lehrpläne mit Leben zu füllen und er hat mich eingeladen, meine Ideen einzubringen und mit ihm auszutauschen. Was ich gern tun werde.
Für uns bedeutet das – wir sind genau richtig aufgestellt, weil ich seit Jahren auch predige, schaut auf die Fähigkeiten, weckt Interesse, lasst nicht nur auswendig lernen, wertet Handwerksberufe auf usw. Und weil wir das bereits haben, alles unter einem Dach.Derzeit haben wir auch den ersten unserer Schüler, für den akademische Laufbahn einfach nicht mehr stimmig war und der gelitten hat, in eine Technical School geschickt, mit der wir in Zukunft zusammenarbeiten wollen und er lernt dort jetzt Tischler. Und er Schule gibt es noch Elektriker, Automechaniker und Schneider.
Die Regierung hat außerdem die Zugangsbeschränkungen an der Uni deutlich gelockert, bisher musste man eine glatte 2 haben, damit das überhaupt irgendwie leistbar war, jetzt genügt eine 3. Es fehlt nämlich an allem. Kenia braucht gut ausgebildete Kräfte. Die Chinesen haben das erkannt und vergeben jährlich einige Tausend Stipendien, Studium in China, dann werden die jungen Leute zurück geschickt.
Und ich sag es nochmals, trotz immer noch Korruption, trotz immer noch vielleicht nicht die Demokratie, die wir uns so vorstellen, seit der Reform vor drei Jahren geht richtig was weiter und es sitzen fast durchwegs Fachkräfte auf den politischen Sesseln. Hoffen wir, dass es so bleibt und bis dahin fühle ich mich geehrt, dass man meine Meinung hören will, egal was dann damit passiert.
Unsere Kinder in Europa wünschen sich Playstation. Hier in Kenia – Gummitwist (heißt hier „In – Out“). Und zwar ein richtiges. Wird hier sonst aus Pflanzenstielen gebastelt und man kann sich vorstellen, wie haltbar. Pure Seeligkeit also heute in unserer Dorfschule in der Provinz Ganze


Vor kurzem hat Frau Vonwald über das Projekt gesprochen, wo ein Dorf in einer der ärmsten Regionen als Gemeinschaftsprojekt eine Krankenstation bauen wollte. Nun, inzwischen ist das Gebäude errichtet, 2 Räume, die Regierung hat Hilfe zugesagt in Form eines Arztes und einer Krankenschwester, die vom Staat bezahlt würden, aber – das alles kann erst ans Netz gehen, wenn es eine Toilette gibt. Und alle Reserven sind aufgebraucht. Und man hat uns gefragt, weil wir in dieser Gemeinde eine Schule unterstützen. Die Toilette würde 3.000 Euro kosten, 500,- haben wir bereits.
Bei uns können wir einfach mit unseren Kindern in die nächste Ambulanz, zum Arzt, in ein Krankenhaus. Helft mir, dass viele, viele Menschen wenigstens einmal pro Woche eine Krankenschwester zur Verfügung haben. Ohne Toilette war die Arbeit umsonst.
Wir wollen immer Hilfe zur Selbsthilfe – hier wäre es genau das.

Das ist so ein Spiel, das man überall auf der Welt kennt :)

Die Lehrer sind nach dem Seminar sehr motiviert. Schon eine Woche nach dem Seminar gab es irgendein fächerübergreifendes Thema. Und in Biologie wurden unsere Bäume am Schulhof wie auf dem Foto zu sehen, markiert :)
