Spendenaufruf Landwirtschaft

Wir halten das Thema Landwirtschaft gerade in einem Dritte-Welt-Land für absolut wichtig. Menschen müssen wieder lernen, wie sie etwas anbauen, wie sie davon leben können, ganz viele haben das vergessen.
Wir haben daher als Projekt im Projekt – Ausbildung in Landwirtschaft. In unserer Schule ist es Unterrichtsfach, aber auch unsere Eltern hier sollen, wenn sie es denn wollen, lernen.
***

In den letzten zwei Jahren haben wir einige Vorarbeiten geleistet, Dank einer monatlichen Spende der Gärtnerei Starkl und unserem tollen David, der sich kümmert. Wir haben ein wenig experimentiert, was eignet sich gut, welche Arbeiten, welche Kosten. Dann kam ein gut funktionierender Schulgarten und wir haben Eltern beigebracht, wie sie ebenfalls was anbauen können. Die Eltern, die sich dafür wirklich geeignet haben, wurden von uns unterstützt, vor allem durch Supervision.

Und nun haben wir eine Mama identifiziert, die sozusagen unsere Lehrfarm werden soll. Sie hat das erste Jahr erfolgreich gemeistert, erste Ernten, sehr zuverlässig. Sie selbst darf natürlich die Ernte behalten und sich damit aus der Armut arbeiten, wir wollen aber, dass unsere Agricultureklassen nicht nur Schulgarten kennenlernen, nicht nur Theorie in der Klasse, sondern dass sie vom ersten Augenblick an richtig mitarbeiten, aus diesem Projekt ein Vorzeigeprojekt zu machen. Wir starten mit Klasse 3 der Highschool, das sind 17 Kinder, die Landwirtschaft als Fach gewählt haben.

Ein ausgewähltes Feld bei dieser Familie wird nun gerodet, präpariert, bepflanzt, gedüngt usw. Wie gesagt, alle Kids von Anfang an dabei. In der Klasse machen sie dann die Kostenrechnungen, denn das gehört natürlich dazu (auch wenn David das schon getan hat).
Allerdings trägt das unser Budget und auch die Spende der Gärtnerei Starkl nicht, denn wir brauchen – auf den Monat herunter gerechnet – dafür weitere 350 Euro. Ich finanziere jetzt den ersten Monat, damit alle beginnen können.
***

Und – wir brauchen dort Wasser. Die Kalkulation, Wasser hinzuleiten und auch einen Tank zu haben, wo wir Wasser speichern können, beläuft sich auf Euro 900,-
Wer kennt wen, der das übernehmen könnte? Wer kann spenden? Wie finden wir eine Lösung.

Gapeka-Schaugarten

Beim Besuch im Gapeka-Schaugarten, in dem die Familien Landwirtschaft lernen und erfahren, habe ich bei der Mchicha-Ernte geholfen. Habe schon mal verkostet, später gab es das Gemüse dann zum Mittagessen.

Cordula

Tomaten

Die Tomaten in unserer Schule gedeihen. Danke an die Gärtnerei Starkl für die langfristige Unterstützung unseres Landwirtschaftsprojektes!

Mr. Kalama und seine Landwirtschaft

Nachdem alle Familien aus dem Projekt unsere landwirtschaftliche Arbeit am Schulgelände besichtigt und sich haben erklären lassen, worum es geht, konnten sich die Familien melden, die das ernsthaft machen wollen. Die erste Familie die wir mit Landwirtschaft als Business unterstützt haben, ist die von Mr. Kalama.

Er wohnt „weit draußen“ Richtung ehemalige Dorfschule. Neben den eigenen Kindern sorgt er noch für die Kinder seiner verstorbenen Schwester. Seine Frau ist eine Lehrerin ohne Arbeit.

Sein Wille, etwas in seinem und vor allem dem Leben seiner Kinder zu verändern (er geht auch ständig zu Elternsprechstunden) ist beeindruckend. Als er sich vor zwei Jahren an uns gewandt hat, war er verzweifelt. Schaffte es kaum, eine einzige Mahlzeit auf den Tisch zu bringen, hatte große Probleme alle seine Kinder in die Schule zu schicken. Dabei hatte er jedoch eine Vision, ein Ziel – alles, was ihm fehlte, war eine Starthilfe. Die bekam er von uns – wir finanzierten ihm einen Wasseranschluss (und deckten das Dach seiner Hütte neu). Fließend Wasser, für uns keine große Sache. Für Mr. Kalama der große Unterschied zwischen dramatischer Armut und der Möglichkeit, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Heute baut er erfolgreich eine Vielzahl an Gemüsekulturen an, außerdem Kassava, Mais, Kürbisse, Bananen. Er schafft es, seine große Familie mit drei frischen Mahlzeiten satt zu machen und hat genug Überschüsse, um ein kleines Einkommen zu erzielen und seine Familie selbst zu versorgen. Die ganze Familie schaut jetzt positiv in die Zukunft. Aber Mr. Kalama lässt nicht nach, er möchte seine Kinder auch unterstützen, wenn sie eine Ausbildung oder ein Studium beginnen – er möchte seine kleine Landwirtschaft weiter ausbauen.

Dafür hat er nun von uns einen Wassertank bekommen (Fassvermögen 500 Liter), welcher ihm hilft über Dürrezeiten zu kommen. Er kann nun auch in Trockenzeiten seine Pflanzen zuverlässig bewässern und so seine Familie rund ums Jahr mit seiner Landwirtschaft versorgen.

Die Hälfte davon hat Mr. Kalama als Mikrokredit erhalten, die andere Hälfte haben wir ihm geschenkt. Wenn der Mikrokredit zurück gezahlt wird, wird das Geld an anderer Stelle erneut als Mikrokredit eingesetzt.

Bei unserem Tun und Helfen geht es seit Jahren auch schon darum – „Tue Gutes und rede darüber“. Kenianer lieben außerdem Eröffnungen und Zeremonien, das passt also gut zusammen.
Gestern gab es daher in einer feierlichen Zeremonie mit unter anderem auch den Dorfältesten, die Eröffnung des Wassertanks für Mr. Kalama.
Da wir für Familie Kalama ja schon mehr getan haben, wurde sogar ein kleines einfaches „Denkmal“ errichtet.

Auf den folgenden Fotos sieht man Mr.Kalamas Landwirtschaft, ihn und seine Familie sowie unseren landwirtschaftlichen Berater, Mr.Kalama mit dem Tank direkt nachdem er ankam und schließlich Den Tank und das Denkmal inmitten der Feierlichkeiten.

Vielen Dank für alle die für Mr. Kalama und seinen Wassertank gespendet haben!

Paprika-Projekt

Weiter geht es auch mit unserer Landwirtschaft – dieser Tage wurde das „Paprika-Projekt“ gestartet. Es wurde Land bei einem unserer Social Living Dörfer urbar gemacht und Paprika zur Anzucht ausgesät.

Anhand des „Paprika-Projektes“ soll interessierten Eltern unserer Schüler gezeigt werden, wie sie mit dem Anbau von Gemüse nicht nur sich selbst versorgen, sondern ihre Familien auch finanziell unterstützen können, in dem sie ein kleines Business aufbauen.

Danke an die Firma STARKL – Der starke Gärtner. für die langfristige Unterstützung unserer Landwirtschaft. Echte Hilfe zur Selbsthilfe!

Erste Ernte

Und die erste Ernte – Mchicha, Blattamaranth – konnte auch schon eingesammelt werden. Daraus wird leckeres Gemüse gekocht – Mchicha verwendet man wie Kohl oder Spinat – es ist lecker und sehr nährstoffreich.

***Cordula/Team Harambee

Selbstversorgung

Hier noch weitere Einblicke in das Landwirtschaftsprojekt – wirklich beeindruckend, was von unseren Mitarbeitern da in so kurzer Zeit geschaffen wurde. Und so wichtig – Selbstversorgung mit Lebensmitteln hat in Kenia natürlich gerade in diesen Zeiten einen ganz wichtigen Stellenwert.

Ein Dank geht an die Firma Starkl für die großzügige monatliche Unterstützung unseres Landwirtschaftsprojektes!

***Cordula/Team Harambee

Schulziegen

Auch Schulziegen haben wir seit einiger Zeit – eigentlich waren die für das Landwirtschaftsprojekt der 4. Klassen der Secondary School angeschafft worden – jetzt während der Schließzeit der Schule kümmern sich unsere GärtnerInnen, die natürlich wie alle Mitarbeiter weiter bei uns angestellt sind, auch um die Ziegen und Kaninchen, die wir an der Schule halten. Die Tiere werden auf jeden Fall gut umsorgt!

***Cordula/Team Harambee

Auf dem Weg zur Selbstversorgung

Die Zeit, in der unsere Schule wegen der Corona-Maßnahmen geschlossen ist, wurde unter anderem dazu genutzt, unser Landwirtschaftsprojekt voranzubringen. Wir haben einen sehr engagierten jungen Mann im Team vor Ort, der in den letzten Wochen zusammen mit unseren GärtnerInnen und Köchinnen unglaubliches bewegt hat.

Die angelegten Beete dienen der Versorgung der Schule mit Gemüse und kleine Beete werden unseren Müttern zur Verfügung gestellt, um selbst Gemüse anzubauen. Dazu gibt es eine Schulung und das benötigte Material und Saatgut. So lernen die Familien wieder, sich mit einem kleinen Stück Land zumindest ein wenig selbst zu versorgen.

***Cordula/Team Harambee