Heute ist bei uns in der Schule „Boys Day“ (die Mädchen werden im September gefeiert). Letztes Jahr war das einriesiger Erfolg. Viel Energie wird ja immer auf die Mädchen gelegt, sicher richtig. Aber wir dürfen dabei nicht darauf vergessen, dass auch Buben Zuwendung brauchen, denn aus ihnen werden später genau die Männer, die wir brauchen und uns wünschen oder eben nicht.

Unsere Buben bekommen genauso wie die Mädchen an diesem Tag persönliche Hygieneartikel, Seife, Zahnpasta, Zahnbürste, Unterwäsche, die größeren einen Rasierer.

Derzeit haben wir an unserer Schule 265 Buben.

Heute stand in Kilifi unter anderem der Elternsprechtag auf dem Programm. Gabriela Vonwald hat wie immer auch zu den Eltern gesprochen, die zahlreich gekommen waren. Und sie hat neue Kinder aufgenommen, deren Familien dringend Hilfe brauchen und für die wir nun Paten suchen, damit sie in die Schule gehen können. Und es hat geregnet heute – ein Segen für die Menschen in Kenia.

Wir danken der Elmos-Stiftung für die großzügige Spende für Schulbücher! Diese kam gerade zum rechten Zeitpunkt, um für den Start des neuen Schuljahres Schulbücher für unsere jüngeren Schüler einzukaufen.

https://www.elmos-stiftung.de

Heute am Dienstag ist Eiertag an unserer Schule – einer der Tage, an denen die Kinder zum Frühstücksporridge ein Ei bekommen. Wichtig für die gesunde Ernährung – und das pure Glück für die Kleinen und Großen. Wenn man die ganz Kleinen fragt, was das Beste an der Schule sei, kommt nicht selten die Antwort: „die Eier“, denn die haben sie oft in der Schule zum ersten Mal probiert.

Alle unsere Kinder bekommen in der Schule auch Unterricht in Farming/Landwirtschaft.

Das ist so wichtig, weil die Selbstversorgung mit Gemüse für viele Familien eine große Rolle spielt, aber oft das nötige Wissen verloren gegangen ist. Unsere Kids lernen wieder, wie es geht und haben außerdem noch viel Spaß dabei.

Das geerntete Gemüse gibt es dann beim Schulessen.

Gestern hat das 2. Trimester in Kenia begonnen. Und natürlich gibt es jetzt auch wieder leckeren Griesbrei zum Frühstück.

Bei uns selbstverständlich, in Kenia die Ausnahme – spielend lernen mit guten Materialien. Hier Impressionen aus den Pre-Primary-Klassen (also vergleichbar unserem Kindergarten).

Mal ein Einblick in unsere renovierte Schulküche. Für kenianische Verhältnisse eine 5-Stern-Küche, auf die wir sehr stolz sind. Es werden dort jeden Tag 600 Kinder von unseren Köchinnen bekocht.

Mit dem Schulbeginn für alle eng verknüpft – endlich mal satt essen. Man sieht einigen Kindern an, dass es sie überwältigt.

Dazu noch ein Bericht von Cordula vom 19. Juli 2021:

Essen in der Schule ist das Größte für unsere Kinder und ein ganz wichtiger Bestandteil unserer Arbeit vor Ort. Zu Hause bekommen die Kinder oft nur eine Mahlzeit am Tag und oft nur Maisbrei, sima oder ugali genannt. Bei uns gibt es früh einen Tee, später ein Frühstück, Mittagessen mit sima/ugali oder Reis, Bohnen oder Eintopf mit Gemüse und Fleisch, dazu mehrmals pro Woche ein gekochtes Ei. Die großen Kinder, die über Nacht bleiben, essen dann natürlich noch ein Abendessen bei uns. Ich habe in der letzten Woche immer in der Schule mitgegessen und es war wirklich sehr lecker und sehr gut bekömmlich.

Man ändert ja doch nichts?

Gestern erster Schultag. Jetzt haben wir also wieder 20 neue Kinder, die die nächsten 14 Jahre hoffentlich bei uns bleiben. Und dann mit guten Noten in ein College oder gar an die Uni wechseln. Wieder 20 neue Hoffnungen für ein Land wie Kenia, 20 Menschen, die später mal etwas bewirken.

Aber nicht nur später. In diesen 14 Jahren werden sie bereits ihre Umgebung verändern. Eltern, Großeltern, Geschwister – alle profitieren. Einmal dadurch, dass es zuhause einen Esser weniger gibt (so brutal das jetzt mal klingt), aber auch, weil diese Kinder das, was sie in der Schule erfahren, nach Hause tragen. Vom Hände waschen über – keinen Müll auf den Boden werfen, von Ordnung halten über den Wert eines Buches schätzen, von Rücksichtnahme hin zu Weltoffenheit. Und ja, auch Empfängnisverhütung und dass man nur so viele Kinder in die Welt setzt, wie man auch ernähren kann. Und dass Europa nicht das gelobte Land ist, zu dem sie aufbrechen wollen.

In meinem Alter denkt man dann schon oft – hoffentlich erlebe ich die Matura/Abitur, das College, die Uni. Und ich wünsche mir für jedes einzelne dieser Kinder Paten, die genauso denken und ihr Kind wirklich all die Jahre begleiten werden. Aber egal wie, wir alle haben hier wieder Samenkörner in die Erde gelegt.

Ich hab ja einen ganzen „Stall“ voll großer bereits, Kinder, die ich tatsächlich seit dem Kindergarten begleiten darf und die jetzt geballt und glücklicherweise doch ein kleines bisschen gestaffelt ins College und an die Uni verschwinden. Und weiter Kontakt halten.

Gestern hat sich meine Betty verabschiedet, zurück in Form 3 jetzt der Secondary, mit Boarding irgendwo bei Nairobi. Ich hab sie seit 3 Jahren nicht mehr gesehen, denn ihre Ferien sind immer dann, wenn ich nicht im Land bin. Aber sie schreibt mir gestern noch auf Whatsapp, ich solle ihr noch „letzte Worte“ mit auf den Weg geben, also irgendwelche weisen Ratschläge. Nun, ich weiß, sie braucht das nicht, aber sie meint – Mütter machen das so und es würde sie glücklich machen.
Und dann als letzten Satz: „I will make you the proudest mum in the world one day.“

Veränderung beginnt mit Bildung – in jedem Land.

Bitte helfen Sie mir helfen!

Gabriela Vonwald