Vorschau und Pläne für 2022

Nach der Rückschau kommt die Vorschau – wir haben uns natürlich auch Gedanken gemacht, wie es im Jahr 2022 weiter gehen darf. Hier findet Ihr unsere Pläne und Visionen für nächstes Jahr – über Eure Unterstützung und Hilfe bei der Umsetzung freuen wir uns sehr!

Pläne Harambee_Gapeka 2022

 

Jahresrückblick 2021

Im Dezember ist Zeit für einen Jahresrückblick auf das Jahr 2021. Es ist enorm viel passiert in diesem Jahr, es war ein für Harambee sehr erfolgreiches Jahr. Wir danken auf diesem Wege allen Spendern, Paten, Unterstützern und Freunden! Ohne Euch wäre das alles nicht möglich!

Und jetzt wünschen wir viel Spaß beim Lesen!

*Jahresrückblick Harambee 2021 hier herunterladen*

Giving Tuesday – Wasser für Kenia – Gemeinsam gegen die Dürre

Was man derzeit überall in den Zeitungen liest, ist Realität.

Der Klimawandel hat Ostafrika besonders hart getroffen. Die kleine Regenzeit ist ausgeblieben, der nächste Regen wird erst Mai 2022 erwartet. Von den 47 Counties in Kenia wurden 13 zum Katastrophengebiet erklärt, also auch offiziell Kilifi, wo wir unsere Organisation haben, gehört dazu (wenn auch nicht alle Regionen gleichermaßen).

Menschen schöpfen letzte Wasserreste aus einem dreckigen Loch.

Was wir bei unseren Essensverteilungen gesehen haben – das dringlichste Problem ist Wasser.

Wir wollten daher Gemeinschaftsbrunnen bauen. Unser Team war unterwegs und es wurden zwei mögliche Orte besichtigt. Die Menschen sind allein schon unglaublich dankbar, dass überhaupt mal wer erscheint. 6 Stunden lang war der Geologe gewissenhaft unterwegs und wir hätten eine gute Stelle gefunden. Leider war das Grundwasser einfach zu tief, die Kosten einen Brunnen zu bauen dadurch viel zu hoch.

Deshalb haben wir uns entschieden, insgesamt 4 Wassertanks aufzustellen, Kosten pro Tank 1000 Euro. Aufstellen heißt, die gehören auf einen vernünftigen gemauerten Sockel, gesichert usw. Und wir wollen auch Leitungen legen, so dass es Entnahmestellen etwas weiter weg gibt. Das Schöne daran, die Regierung hat versprochen, wenn wir sozusagen die Hardware liefern, werden sie dafür sorgen, dass die Tanks beliefert und gefüllt werden.

O-Ton unseres CEO Mr. Tsama:
„People suffer more than we can imagine.“
(„Die Menschen leiden mehr als man sich vorstellen kann“)

Und nein, hier geht es nicht um Duschen oder den Platz vor dem Rathaus in eine Eisbahn zu verwandeln oder mit Schneekanonen schmale Pisten auf grünen Hügeln zu erzeugen.

Hier geht es darum, zu trinken. Wer hier helfen mag, sehr gern.

Wir brauchen Taekwondo Matten

Unsere Taekwondo-Sportler brauchen Matten. Im Moment trainieren sie entweder auf Fliesen oder auf Lehmboden, beides nicht optimal. Wir würden gerne Taekwondo-Matten für den Speisesaal, der auch Turnhalle ist, anschaffen. 64 bräuchten wir insgesamt, 31 sind schon durch Spenden von Paten finanziert. Das Stück können wir für 45 Euro direkt vor Ort kaufen und freuen uns über Spenden! Wer mag eine übernehmen?

Eine neue Küche für unsere Schule

Unser nächstes großes Projekt, für das wir Eure Hilfe brauchen – der Umbau der Schulküche.

Die jetzige Küche wurde gebaut, als wir 150 Kinder in der Schule hatten, jetzt sind es um die 600. Das nächste große Projekt für unsere Schule in Kenia ist daher eine komplette Neugestaltung von Küche, Lager und Waschbereich für die Küche.
Alle haben jetzt ein schönes Büro, die Kids schöne Klassen, aber was wäre die Schule ohne das Essen und ich denke, jetzt sind mal unsere Köchinnen dran, dass wir ihnen das Leben erleichtern. Und außerdem wird unser Lager viel zu klein.
Wir wollen außerdem den gesamten Waschbereich, wo also Geschirr gewaschen wird und die großen Töpfe, Gemüse gewaschen usw. aus der Küche herausnehmen und zu einem großen Waschbereich umgestalten, offen, schön verfliest.
Das Lager soll außerdem hygienischer werden mit hohen Regalen, nichts mehr am Boden.

Und die Küche bekommt dann ein größeres Fenster, eine gute Arbeitsplatte, neue Fliesen, Wasser endlich drinnen.

Dann den ganzen überdachten Korridor entlang des Speisesaales verfliesen und den Trampelpfad davor, den meist genutzten Weg in der ganzen Schule, mit guten Steinplatten, damit man in der Regenzeit nicht im Schlamm geht.

Dank einer Spende des Schiller-Gymnasiums Köln über 8000 Euro können wir direkt mit dem Bau beginnen – aber es fehlen uns noch insgesamt 17.000 Euro, um das Projekt auch wirklich zu vollenden. Dafür brauchen wir Eure Hilfe! Wir freuen uns über Eure Spenden!

Und wenn Ihr Ideen für größere Sammelaktionen habt oder gerne Firmen ansprechen möchtet um Unterstützung – wir helfen Euch gern dabei!

Unsere Toilette für die Nursery wurde heute feierlich eröffnet. Mit insgesamt drei Toilettenanlagen kommen wir jetzt gut durch.

Neben vielen Geschichten von Elend und Not, freut es mich immer besonders, wenn ich Erfolgsstories berichten kann.
Ihr erinnert euch an Mr. Kalama, den fleißigen Familienvater weit draußen in der ländlichen Armengegend? Der sich abgemüht hat, ein Farmer zu sein und immer wieder kam ihm die Trockenzeit dazwischen? Der mit seinen Kindern täglich 4 Stunden aufbringen musste, nur um Wasser zu holen? Und dem wir das Wasser dank lieber Spender zu seinem Haus und Hof geleitet haben?


Heute hab ich ihn besucht, weil ich in der Gegend 14 Betten und Moskitonetze verteilt hab. Welch ein unglaublicher Unterschied. Statt in Verzweiflung und Elend komme ich in ein Paradies. Hier wächst inzwischen alles, von Tomaten über Bananen, von Mais bis Süßkartoffeln. Und eine strahlende Familie begrüßt mich und erzählt mir, wie sehr sich ihr Leben geändert hat. Kosten für alles unter Euro 2.000,- Jetzt wollen wir noch eine Sprinkleranlage finanzieren und Herr Kalama baut in Eigenregie mit ein wenig Hilfe von uns einen unterirdischen Wassertank für die nächste Trockenperiode.


Ich liebe das so sehr.

Spenden? Kommt ja doch nicht an…

Was machen wir mit dem uns anvertrauten Geld oder – warum läuft bei uns manches anders?
In der heutigen Zeit hört man viel über veruntreute Spendengelder, Verschwendung und Korruption. Daher sind viele Menschen misstrauisch. Und ja, das gibt es leider. Und das kann ich nach mehr als 10 Jahren in diesem Land Kenia auch bestätigen. Es tut mir aber persönlich als Gründerin dieses Projektes weh, wenn wir mit allen anderen in einen Topf geworfen werden, daher mag ich hier in Kürze erklären, was bei uns anders ist.
Zunächst einmal – in diesem Projekt steckt sehr viel von meinem persönlichen Geld. Im Laufe vieler Jahre rund eine halbe Million Euro. Glauben Sie mir, wenn man nicht nur fremdes Spendengeld verwaltet ,sondern auch eigenes, dann schaut man genau hin.
Wir sind eine österreichische Organisation mit Spendern und Paten in mehreren europäischen Ländern und einem Spendenaufkommen im Vorjahr (2016) von rund 400.000 Euro) Neben dem, was wir nicht vermeiden können, beispielsweise Bankgebühren und Portokosten sowie den Wirtschaftsprüfer (den Vereine in Österreich selbst zahlen müssen und womit wir dem Finanzamt die Arbeit abnehmen) für steuerliche Absetzbarkeit und Spendengütesiegel und damit verbunden einer ordnungsgemäßen Buchhaltung gibt es bei uns keine Spesen, keine Gehälter, keine Verwaltungskosten, keine Werbung, keine Büromieten – nichts. Wir arbeiten alle ehrenamtlich neben unseren Berufen. Und ich habe diese Organisation nicht gegründet, weil ich auf der Suche war nach einem gut bezahlten Job, in dem ich mich Präsidentin nennen darf.
Selbstverständlich zahlen wir uns auch Flüge nach Kenia und den Aufenthalt dort selbst. Ich käme niemals auf die Idee, mir die Miete für meine Wohnung vor Ort von Spendengeldern weg zu nehmen. Das Gleiche gilt für Besuche unserer Paten.
Wir beschäftigen IN Kenia ausschließlich Kenianer, denen wir faire Löhne zahlen, mit denen sie ihre Familien erhalten können. Und ja, dort sitzen einige auch im Büro, wesentlich mehr aber sind Lehrer, Köchin, Putzfrau, Fahrer, Sicherheitsperson am Tor. Aber niemand kommt bezahlt aus Europa. Unsere Volontäre arbeiten ebenfalls ehrenamtlich und zahlen für Flug und Unterkunft.
Daher – JA, das Geld kommt zu nahezu 100% dort an, wo Hilfe benötigt wird. Würde die Bank uns keine Gebühren verrechnen, die Post die Spendenpakete und Patenbriefe gratis versenden und das Finanzamt die Arbeit selbst machen, dann könnten wir sagen – ganze 100%
Was zahlen wir mit Patengeldern, was zahlen wir mit freien oder zweckgebundenen Spenden.
Patengelder werden ausschließlich für die Ausbildung der Kinder verwendet. Also natürlich die Gehälter all derer, die eine solche Schule in dieser Größenordnung am Leben halten (wir haben derzeit in der Vonwald-Schule etwas über 600 Kinder, in anderen Schulen bis zur Uni rund 200), aber vor allem auch Essen, nämlich heißer Tee gleich in der Früh, ein Frühstück aus Porridge und zweimal pro Woche einem Ei dazu und ein abwechslungsreiches Mittagessen mit täglich Gemüse und Obst. Dies und die Bücher, die in Kenia teuer sind, sind der größte Posten.
Von Patengeldern wird NIEMALS etwas weggenommen, um neue Gebäude zu errichten.
Dies und Ausgabe von Extras wie Betten, Moskitonetze, Fahrräder etc. nehmen wir von freien oder gebundenen Spenden. Der Unterschied zwischen beiden – bei gebundenen Spenden schreibt der Gesetzgeber vor, dass diese ausschließlich im Sinne des Spenders verwendet werden dürfen (zugegeben, würde jemand für sein Kind ein Haus mit Pool bauen wollen, würden wir einschreiten).
Freie Spenden retten uns oft genug rein dadurch, dass wir hiermit mal schnelle Hilfe leisten, mal eine Schuluniform, Inflation bereinigen, eine Wand streichen oder bei einer Hütte das Dach reparieren.
Und das wars auch schon. Wir leisten uns keinen Fuhrpark an teuren Autos, reisen nicht durch die Weltgeschichte, haben keine großen Bürogebäude und machen nicht monatliche sinnlose Meetings. Und wir spielen mit Spendengeldern auch nicht an der Börse.
Wir helfen. Und dies seit mehr als 10 Jahren.
Danke an alle Mitarbeiter auf beiden Seiten des Äquators und die vielen hundert Menschen, die meinen Traum mit tragen.
“Life is not a competition, life is helping each other.”
Gabriela Vonwald

Klein und niedlich?

Diejenigen, die schon seit Jahren mitlesen, wenn ich über mein Kenia und mein Projekt schreibe (und man verzeihe mir das „mein“ dabei, natürlich ist es die Arbeit von vielen), kennen meine Einstellung ja schon, dass die echte große Hilfe eigentlich erst bei Secondary anfängt. Natürlich holen wir die Kleinsten von der Straße, um sie in das einzufädeln, was man allgemein den Bildungsweg nennt. Und ich hoffe, dass man das bei zukünftigen Klassen merkt, dass wir hier nicht wie in der Anfangszeit immer früher etwas verbessern wollen, und sei es nur durch vernünftige Ernährung schon von klein auf.
Diese Kleinen sind niedlich, daher „gehen sie schnell weg“, was brutal klingt, aber ich hoffe, ihr alle wisst, was ich meine und dass es auch vollkommen okay ist, wenn man sich für klein und niedlich entscheidet. Und natürlich hoffe ich immer, wenn jemand ein Kind ab dem 3. oder 4. Lebensjahr begleitet, dass er/sie dann keinen Rückzieher macht, wenn nicht mehr klein und niedlich, sondern pubertierend und teuer.
Seit wir Secondary anbieten, hab ich so viele Schicksale gehört und gesehen, verzweifelte junge Menschen, die mit großartigen Noten die Primary abgeschlossen und dann keine Chance auf eine weiterführende Schule haben. Die Eltern haben einfach das Geld nicht. Immer wieder könnte ich laut schreien bei dieser Verschwendung von Ressourcen. Und leider werden diese größeren Kinder nach der 8. Klasse auch bei den meisten großen Organisationen auf die Straße gesetzt. Weil man dort den Paten nicht kommunizieren kann, warum es plötzlich doppelt so viel kostet oder aus welchem Grund auch immer. Einfach brutal. In beiden Schuljahren haben wir jetzt je zwei Kinder aufgenommen, die von einer anderen Organisation einfach entsorgt wurden (ich möchte keine Namen nennen, die haben alle gute Anwälte, wer mich kennt, weiß, wen ich da als wohl schlimmste ihrer Zunft meine). Und da denke ich mir manchmal, besser man hätte sie gar nicht erst lernen lassen, denn jetzt hat man zornige und verzweifelte junge Menschen, die lesen und schreiben können und an Bildung schnuppern durften, nur um jetzt eine versperrte Tür vorzufinden.
Und daher liegen mir unsere Großen so am Herzen. Sie haben nur uns. Viele kleine Organisationen oder auch Privatpersonen helfen im Bereich Nursery oder etwas älter, steigen aber dann aus, wenn es teuer wird.
Würde ich heute nochmals beginnen oder sollte ich jemals zu echtem Reichtum kommen, ich würde weitere Secondarys bauen.
Und noch etwas, wo ich ziemlich allein gegen die allgemeine Meinung vieler Organisationen stehe, die groß verkünden, man solle möglichst nur Mädchen fördern. Weil sie benachteiligt sind, oft unter Gewalt leiden, früh verheiratet werden usw. Alles richtig. Aber – was ich hier in Kenia beobachten kann ist: Gut ausgebildete Männer, die einen vernünftigen Beruf erlernt haben und ihre Familie ernähren können, behandeln ihre Frauen gut, lassen sie was lernen oder auch einen Job ausüben, sorgen dafür, dass es nicht mehr als eine überschaubare Menge an Kindern gibt, und alle sind zufrieden. Eben auch die Frauen.
Es sind die aus dem System gefallenen unzufriedenen jungen Männer, kein Beruf, kein Schulabschluss, die herumlungern, sich dem Alkohol zuwenden, ihre Frauen misshandeln, viele Kinder zeugen, damit sie wenigstens in irgendwas vorn dabei sind, und wo dann die ganze Familie und vor allem die Kinder zu leiden haben.
Daher auch (und weil Mädchen in dem Alter leider etwas schwieriger zu betreuen sind – ich weiß, wovon ich rede, ich bin Mutter zweier Töchter;-)) bauen wir jetzt zuerst mal Schlafsäle für die großen Buben, damit sie den oft weiten Weg nicht gehen müssen, sich aufs Lernen konzentrieren können, damit aus ihnen was wird. Und das heißt nicht, dass wir die Mädchen nicht fördern. Aber wir sorgen eben auch für die Buben, auf denen oft ein unglaublicher Druck liegt.
Irgendwie ist es nämlich hier wie im Tierreich – Mädchen dürfen auch im Erwachsenenalter bleiben und in der Hütte der Mutter wohnen, ja sogar im gleichen Bett schlafen. Buben müssen oft schon im Alter von 14 Jahren ausziehen. Ich hab ganz oft gesehen, dass sie im Ziegenstall schlafen mussten oder unter einem Baum im Freien.
Bitte helft uns daher vor allem mit den Großen, auch wenn es teurer ist. Vielleicht eben, indem sich zwei Paten ein Kind teilen. Danke.

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